Industriemuseum
„Postareal“

Reutlingen, Postareal
2020
Auslober: Stadt Reutlingen
Zulassungsbeschränktes Bewerbungsverfahren, Mehrfachbeauftragung
Wettbewerbsbeitrag

Transformation  | Neubau | Umbau | Weiterbauen | Museum | Cafe | Werkstätten | Verwaltung | Umnutzung | Städtebau | Ausstellungen

Im Dialog zwischen den historischen Gebäuden der Wandel-Hallen, der „Wandelkapelle“ und dem geplanten Neubau entsteht das Industriemuseum als architektonisches Ensemble von Alt und Neu. Industriegeschichte als Prozess sichtbar machen, Historisches in Museumskonzepte transformieren und weiterentwickeln. Über ein zentrales Foyer, welches sich zwischen den beiden historischen Gebäuden aufspannt werden die vorhandene städtische Galerie, die Sammlung für konkrete Kunst und das neue Industriemuseum mit Café, Shop und Veranstaltungsflächen miteinander verknüpft. Neben getrennten Nutzungsmöglichkeiten werden vielfältige Synergien, Flexibilitäten, Raumschaltungen ermöglicht. Das gemeinsame neue Foyer, von der zentralen Kulturachse (Posttunnel) erschlossen schafft niveaugleiche Adressen, Zugänge, Übergänge, Orientierungen in die unterschiedlichen Museen bzw. Museumsbereiche. Die heutige stadträumlich unbefriedigende „Tiefhoflage“ als Adresse für die Wandel-Hallen wird ebenerdig an die Eberhardstraße angebunden und über integrierte Sitzstufen in das großzügige Foyer übergeleitet. Der Museumsneubau als implantierter Kubus überlagert diese gemeinsame Foyerzone und tritt präsent, auskragend in den öffentlichen Raum und bildet die neue sichtbare Adresse dieses Kulturortes. Neubau und historische Gebäude als prägendes Museumsensemble, Gelenkpunkt zwischen historischer Altstadt, Bürgerpark und neuem Stadtquartier. Im Erdgeschoss sind die Flächen für Sonderausstellungen, Wechselausstellungen, das Café, der Museumsshop, Auftaktexponate und eine einladende Treppenanlage zu den beiden Ausstellungsebenen in den Obergeschossen geplant. Durch großzügige Öffnungen werden flexible Nutzungsmöglichkeiten von Ausstellungsflächen, Foyer, Sitzstufen und Außenraum generiert. In den beiden Obergeschossen entstehen großflächige multifunktionale, Exponat disponible Ausstellungsflächen für die angedachten Museumsbereiche. Über einen Luftraum und die Treppenanlage sind diese beiden Ebenen räumlich miteinander verbunden. Es entstehen Raumfolgen, die Ausblicke von innen nach außen ermöglichen, Orientierung schaffen und den Exponaten einen eigenen Auftritt ermöglichen. Der Kubus nimmt sich in seiner gewählten Materialität einer zweischichtigen, gedämmten Industrieglasfassade zurück, reduziert Tragwerk und Oberflächen auf wenige präzise Konstruktions- und Materialkonzepte. Dieser technisch konstruktive, architektonische Ausdruck schafft den Kontrast zum Historischen und generiert Raumkubaturen in der „das Exponat“ inszeniert werden kann.